Natürlich gegen Endometriose von Andrea Mohr
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Endometriose – Die Fakten

Die Endometriose tritt bei ca. 7-15% als eine der häufigsten gynäkologischen Erkrankungen bei Frauen im fruchtbaren Alter auf. Sie umfasst klinisch ein breites Symptomspektrum – vom Zufallsbefund ohne Krankheitswert bis zu einer chronischen Erkrankung, die sogar zu Berufsunfähigkeit führen kann. Die Dunkelziffer der Patientinnen mit Müttern wie oben beschrieben, ist sicherlich höher. Zwischen dem Auftreten der ersten Beschwerden und der endgültigen Diagnose vergehen häufig mehrere Jahre. Der sichere Nachweis erfolgt durch eine Bauchspiegelung. 

Endometriose ist dann eine absolute Schock-Diagnose für viele Frauen. Ängste wie Unfruchtbarkeit, weitere Operationen und unerträgliche Schmerzen bringen wir damit in Verbindung. Da scheint die Pille, die Beschwerdefreiheit ohne Menstruation verspricht, eine akzeptable Therapie. 

Die Antibabypille als einzige Lösung bei Endometriose?

Aber was, wenn Frauen die Pille nicht nehmen möchten oder nicht vertragen? Existieren keine Alternativen? 

Durchaus! Dafür ist es wichtig, die möglichen Ursachen der Erkrankungen zu bekämpfen plus die individuelle Lebenssituationen der Betroffenen zu analysieren und zu therapieren. Spielen doch Lebensstil, Umwelteinflüsse (die Häufigkeit der Endometriose wächst in Industrienationen stetig), Ernährung und viele weitere Faktoren wie Hormondysbalance, fehlende Vitalstoffe und unbemerkte Infektionskrankheiten, die das Immunsystem schwächen, eine große Rolle.

Frauen leiden besonders dann, wenn sie schlecht informiert, nicht ernstgenommen und sich schlecht begleitet fühlen. Außerdem versetzt die Machtlosigkeit darüber, Schmerzen nicht kontrollieren zu können, zusätzlich in Angst. 

Eine beklagenswerte Erkenntnis ist, dass obwohl die Frauen sich oft intensiv therapieren lassen, die Hälfte innerhalb eines Jahres nach der Behandlung erneut an den Symptomen leiden, schreiben Leeners und Imthurn (1).

Was ist Endometriose eigentlich?

Der Name der Erkrankung leitet sich von der medizinischen Bezeichnung für Gebärmutterschleimhaut „Endometrium“ ab. Normalerweise kleidet diese Schleimhaut nur das Innere der Gebärmutterhöhle aus und baut sich unter Einfluss von Östrogen (u.a.) im Zyklus auf. Bei Endometriose findet man dieses Schleimhautgewebe auch außerhalb der Gebärmutter. Endometrioseherde können sich überall im Körper bilden. Am häufigsten finden sie sich im unteren Bauch- und Beckenraum, an den Eileitern und Eierstöcken und der Gebärmutterwand. Doch auch Darm, Blase und Bauchfell können betroffen sein. Die Ausprägung der Erkrankung ist sehr unterschiedlich – von kleinen Wucherungen bis zu blutgefüllten Zysten an den Eierstöcken und Verklebungen an den Eileitern sowie an anderen Geweben. 

Die Herde werden in aktive und inaktive eingeteilt. Aktive Herde haben einen höheren Anteil an Entzündungszellen und mehr Blutgefäße gebildet.

 

Woher kommen die Verklebungen der Endometriose?

Das Gewebe aus der Gebärmutter folgt logischerweise dem zyklischen Rhythmus und den Geschlechtshormonen. Es blutet mit der Menstruation ab. Es kann meistens den Körper nicht verlassen und blutet in die Bauchhöhle. Das führt zu Reizungen, Schmerzen und Beeinträchtigung der betroffenen Organe. Durch wiederkehrende Entzündungen bilden sich Verwachsungen und Narbengewebe, das die feinen Strukturen zusammenkleben lässt. 

Die Herde können auch wuchern und in das umliegende Gewebe hineinwachsen. Dann klagen Frauen auch außerhalb der Regelblutung über Beschwerden.

 

Endometriose hat viele Gesichter – Die Symptome

Zu den Endometriose-Symptomen zählen:

  • besonders starke Regelschmerzen, die sogar zu Ohnmachtsanfällen führen können
  • Rückenschmerzen, die bis in die Beine ausstrahlen
  • Unterbauchschmerzen außerhalb der Regel
  • Schmerzen beim Stuhlgang
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Blasenkrämpfe
  • Schlaflosigkeit
  • Erschöpfung und Müdigkeit

Es müssen nicht immer alle diese Symptome bei jeder Frau auftreten. Nur wenige der Betroffenen leiden unter Zwischenblutungen

Viel häufiger kommt es zu sehr lang-andauernden Menstruationsblutungen für bis zu zwei Wochen. 

Etwa 70% der betroffenen Frauen leiden ebenfalls unter einer Insulinresistenz. Diese ist aber oft eher Ursache des PCO-Syndrom, als Folge. Nicht alle PCOSlerinnen neigen zu Übergewicht.

Schulmedizinische Behandlung der Endometriose

Je nachdem, wie ausgeprägt die Verwachsungen schon sind, werden diese ggf. operativ entfernt. Um die Entstehung neuer Entzündungsherde und damit verbundenen Wucherungen zu unterdrücken, verordnet die Schulmedizin synthetische Hormone, sprich: die Pille. So schaltet man den natürlichen Zyklus einfach ab, baut einen künstlichen Zyklus ohne Blutung auf und verhindert damit die Symptome: einfach und effektiv. 

Ich möchte diese Behandlungsweise keinesfalls schlecht reden, denn Endometriose ist für viele Frauen eine wirklich schlimme und schmerzhafte Erkrankung, die mittels Pille in Schach zu halten ist. Das Problem an dieser Behandlung ist nur, dass sie niemals endet (enden darf). Findet und behandelt man nicht die Ursache, sondern ausschließlich die Symptome, wird „Frau“ ohne dauerhafte Medikation nicht leben können.

Was nun, wenn man die Pille nicht nehmen möchte? Nebenwirkungen oder ungewollte Kinderlosigkeit nach langer Pilleneinnahme, muss ich das in Kauf nehmen?

Die Pille erhöht das Risiko, an Endometriose zu erkranken!

Eine neue amerikanische Studie (2) brachte vor kurzem hervor, dass die 2-Phasen-Pille das Risiko einer Endometriose erhöhen kann. Das betrifft vor allem Frauen, die die Pille mindestens 5 Jahre lang genommen haben. Somit ist das Risiko nach 5 Jahren Antibabypille im Vergleich zu Frauen, die niemals mit der Pille verhütet haben, 2,4 mal so hoch. Noch gefährdeter sind laut den Studienergebnissen diejenigen, die die Pille schon in jungen Teenager-Jahren verschrieben bekommen.

Mögliche Ursachen der Endometriose – Entstehungstheorien

Möglich ist einiges, sicher nichts. Es gibt viele Erklärungsansätze. Es scheint plausibel, dass nicht nur einer davon ausreicht, sondern Einfluss untereinander nehmen, sich aufsummieren und gegenseitig verstärken.

 

Umgekehrte Menstruation

Eine Theorie davon heißt „umgekehrte“ (retrograde) Menstruation (Transplantations-Hypothese). Während der Periode werden winzige Schleimhautfetzen von der Gebärmutter rückwärts wieder Richtung Eierstock geleitet (die Verwendung von Tampons begünstigt diesen Vorgang). Zwischen dem Eileiter und dem Eierstock befindet sich ein Spalt, der in die Bauchhöhle führt. So gelangt Gewebe in den Bauchraum und verteilt sich dort. Ein häufiger Vorgang. Die lebensfähigen und vermehrungsfreudigen Zellen werden unter normalen Umständen von den Fresszellen des Immunsystems ausgeräumt. Dennoch können bei schwachem Immunsystem die Zellen über die Transportwege Lymphe und Blut in fernere Regionen geschwemmt werden. 

 

Transformations-Hypothese

Eine andere Theorie spricht von der Transformations-Hypothese. Das heißt Zellgewebe wandelt sich an Ort und Stelle um. Sie berücksichtigt die Tatsache, dass sich Zellen jederzeit „umprogrammieren“ können.

Endometriose – Von der Mutter vererbt?

Mehrere Studien haben untersucht, ob eine erbliche Veranlagung eine Rolle spielt. Ja, es gibt eine auf das Siebenfache erhöhte Häufigkeit bei Müttern und Töchtern

Wie geht das?  Zellen, die während der Embryonalentwicklung aus dem gleichen Gewebe wie die Gebärmutterschleimhaut hervorgegangen sind (Metaplasie), werden fälschlicherweise an Orten außerhalb der Gebärmutter als Endometriumzellen angesiedelt. Das würde das seltene Vorkommen von Endometrioseherden im Gehirn erklären…

 

Individuelle Faktoren bilden das I-Tüpfelchen der Endometriose


1.   Die Schwächung unseres Immunsystems

Schwelende Entzündungen im Körper führen zu einer veränderten Abwehrleistung. Müssen sich viele Körper doch ständig gegen Eindringlinge wie Bakterien (Chlamydien), Viren (Humanes Papillomvirus) oder Umweltschadstoffe (Xenoöstrogene, Schwermetalle) wehren. 

2.   Autoimmunerkrankungen 

Autoimmunkrankheiten (gehören ja ein bisschen zu Punkt 1) beruhen auf einem fehlgeleiteten – meist überschießendem – Immunsystem (z. B. Hashimoto). Bei Endometriose-Patientinnen konnten im Blut Antikörper gegen die eigene Gebärmutterschleimhaut nachgewiesen werden.

3.  Überaktivität von Gebärmutter und Eileitern 

Auch hyperperistaltisch-dystoken Uterusaktivität genannt. Durch Stress, vegetative Störungen, anatomische Fehlstellungen oder einem Vitalstoffmangel verkrampft sich die Gebärmutter stärker und unregelmäßiger, so dass bei der Periode vermehrt Blut mit Endometriosezellen durch die Eileiter in den Bauchraum gelangen (gehört ja ein bisschen zur Theorie der retrograden Menstruation).

4.   Störungen im Hormonhaushalt

Übereifriges Östrogen sorgt für eine hohe Endometriumschicht. Bei Gelbkörperhormonmangel ist nicht nur der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verändert, auch die Aktivität der Gebärmuttermuskulatur steigt an (gehört wiederum ein bisschen c.)

 5.   Psyche

Achtung, jetzt wird es ausführlich, weil so wichtig und meist unbeachtet gelassen. Aus psychosomatischer Sicht lassen sich diese unphysiologischen Menstruationsabläufe auch als Ausdruck eines unbewältigten Konfliktes deuten, der möglicherweise in Zusammenhang mit der Geschlechterrolle oder persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Einstellungen zur Menstruation steht (3).

In meinem langjährigen Praxisalltag zeigt sich, dass eine relativ hohe Rate an Konflikten mit den Eltern, wenig Interesse der Väter an ihren Töchtern, und möglicherweise dadurch eine Unsicherheit bezüglich der Geschlechteridentität und – rolle auffällt. Zudem zeigten die Endometriosepatientinnen höhere Angstlevels.

Für den Heilungsprozess sind Körperbewusstsein, Eigenverantwortung, Selbstwertgefühl und die Suche nach Lebenszusammenhängen wichtige Faktoren. Bei langjähriger Unterdrückung von inneren Spannungen und Gefühlen, kann sich nicht nur Endometriose als Ventil entwickeln, sondern jede Krankheit.

Eine Patientin berichtet in der Praxis:

„Noch bevor ich meine erste Menstruation bekam, sah ich den Werbespot eines Tamponherstellers. Ein Tampon verschwand in einer Frauenhand und ich merkte mir die Aussagen, dass das Blut direkt dort aufgenommen wird, wo es entsteht und mit Hilfe des Tampons erst gar nicht in Erscheinung tritt. So wuchs ich im Glauben auf, dass Blut nicht hygienisch ist und unsichtbar sein muss.“

Dieses Thema ist nicht selten. Viele Endometriose-Patientinnen haben ein hohes autoaggressives Potenzial in sich. Manchmal bestätigt sich im Gespräch, dass sie schmerzlichen Probleme und Erfahrungen geradezu in sich hineindrücken

Als Heilpraktikerin für Frauengesundheit behandelt Andrea Mohr viele Frauen mit Endometriose in ihrer Praxis.

Aus endokrinologischer Sicht beobachten wir weltweit eine dramatische Zunahme hormongetriggerter Erkrankungen. Dazu gehören die Myome, Blutungsstörungen, Brustkrebs, das Endometriumkarzinom und natürlich auch die Endometriose. Einer der Gründe ist die zunehmende exogene Hormonexposition. Darüber hinaus gibt es eine endogene Hormonbelastung durch eine insgesamt verlängerte reproduktive Phase mit einer erhöhten Anzahl an Menstruationen bei weniger Schwangerschaften. Die Immunforschung wiederum findet Hinweise dafür, dass es sich in bestimmten Fällen bei der Endometriose um eine Autoimmunerkrankung handeln könnte. Auch die bereits oben erwähnten psychischen Themen nehmen heutzutage immer weiter zu.

Mein Behandlungskonzept

1.   Umstimmung

Das fehlgeleitete Gewebe wird mittels Injektionen / Quaddelungen homöopathisch / pflanzlicher Wirkstoffe behandelt, um eine Umstimmung zu erreichen. Zur gleichen Zeit wird der Körper systemisch entsäuert bzw. nach der Pille entgiftet. So wird die Versorgung zwischen den Zellen wieder ermöglicht und die Heilung vorangetrieben.

2.   Ernährungsumstellung 

Eine Ernährungsumstellung ist heutzutage ein wichtiger Punkt im Therapiekonzept. Dabei sollte auf Milchprodukte und Gluten verzichtet werden, ebenso stehen wichtige Omega-3-Fettsäuren und Vitalstoffe wie Vitamin C, Zink sowie L-Glutamin für einen Schleimhautschutz auf dem Plan. 

3.   Darmsanierung 

Bei einem Stuhlbefund zeigen sich Hinweise auf die Entzündung der Schleimhaut, da diese im Darm repräsentativ für alle anderen Schleimhäute im Körper stehen, und vor allen Dingen den Zustand des Immunsystems. Der Darm ist unser größtes Immunorgan und legt die Basis für unsere Abwehr. 

4.   Hormonelle Regulation 

Basierend auf einem Hormonspeicheltest betrachten wir uns die Ausgangslage von Progesteron und Östrogen und regulieren bzw. substituieren sanft.

Ergänzt wird das Basisprogramm entsprechend der Symptomatik jeder einzelnen Patientin, pflanzlichen Schmerzmitteln und wenn gewünscht, gebe ich der Patientin ein paar Psychologische Impulse für ihre weitere Entwicklungsarbeit mit. So kann ein Leben mit Endometriose aber ohne Pille gelingen. 

Mein Tipp:

Verwenden Sie Menstruationstassen statt Tampons, so wird das Blut aufgefangen und staut sich nicht zurück. Übrigens sind die Lady Cups auch empfehlenswert bei rezidivierenden Infektionen, da sie eine Austrocknung der Schleimhäute verhindern.

Beachten Sie die Selbsthilfegruppe: Methode Wildwuchs

Heilpraktikerin Andrea Mohr

Über Andrea Mohr

Heilpraktikerin für Frauengesundheit

Mit Leidenschaft stelle ich meine (Lebens)Erfahrungen und mein Wissen in den Dienst der Frauengesundheit. Denn gerade als Frau verstehe ich die Anliegen einer Frau, kenne die Signale des weiblichen Körpers und kann mich so einfühlsam auf die Spur der Ursachenfindung begeben. Meine langjährige Selbstständigkeit als psychologische Beraterin für Frauen in Veränderungsprozessen hat mir den Weg in die ganzheitliche Betrachtungsweise gezeigt. So entstand auch mein Praxis-Motto „Beraten-Behandeln-Begleiten“. Meine Schwerpunkte innerhalb der ganzheitlichen Frauenheilkunde sind hormonelle Störungen, Unterstützung/Begleitung rund ums Pille-absetzen sowie Probleme im Intimbereich und Blase. Mich besuchen Frauen aus ganz Europa, darauf bin ich sehr stolz. Ich leite Fortbildungen für HeilpraktikerInnen und medizinisches Fachpersonal zu gynäkologischen Themen, damit noch mehr Frauen für Frauen in verschiedenen Lebenssituationen da sein können. Als Mentorin unterstütze ich angehende TherapeutInnen. Darüber hinaus bin ich sehr gerne Dozentin für die Gebiete Psychiatrie/Psychosomatik und Gynäkologie.

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Hey, ich bin Julia

Als Hormon und PCOS Coach helfe ich Frauen dabei, ihre Hormone natürlich zu regulieren. Damit die damit verbundenen Symptome – wie ständige Müdigkeit, Haarausfall, Akne, überflüssige Pfunde und ausbleibende Periode – endlich der Vergangenheit angehören.
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DISCLAIMER

Ich bin kein Arzt oder Wissenschaftler! Alle Erklärungen sind sehr vereinfacht dargestellt und Fehler können enthalten sein. Bitte sprich vor der Einnahme von Nahrungs-ergänzungsmittel oder Änderungen Deiner Ernährung mit einem Arzt oder Ernährungsberater.

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